Unterwegs bei den Taipei Deaflympics 2009

Deaflympics Eröffnung

Nein, nicht “Deathlympics”…

Mal wieder findet in Taiwan gerade ein sportliches Großereignis statt, das für die Beteiligten und Taiwan von größter Bedeutung ist, vom Rest der Welt aber kaum wahrgenommen wird.

Vor zwei Monaten erst waren es die World Games in Kaohsiung, nun treffen sich 4000 gehörlose Spitzensportler aus 81 Ländern in Taipeh zu ihren eigenen Weltspielen – den Deaflympics.

Deaflympics German Team

Von der Sportarten her ist das weniger skurril als die World Games, dafür sind die Teilnehmer um so interessanter.

Es war mir gar nicht bewusst, dass Gehörlose sich international durch Gebärdensprache verständigen können. Zwar nicht völlig problemlos, aber im Prinzip können Taiwaner, Deutsche, Brasilianer und Kasachen fröhlich miteinander “gebärden”.

Deaflympics Taipei 2009 opening ceremony

Gestern ging es los. Bislang erinnert mich alles sehr an die World Games:

  • Eine Eröffnungsfeier, die in Sachen Aufwand alles in den Schatten stellt, was andere Länder zuvor aufgefahren hatten (Fotos hier).
  • Freundlich distanzierte Taiwaner, die erst nach und nach begeistert werden müssen.
  • Eine Armee stets etwas übermotivierter Volunteers.
  • Und tausende Teilnehmer aus aller Welt, die es nach Taiwan verschlagen hat, die dieses Land nun kennenlernen, Eindrücke gewinnen und mit nach Hause nehmen werden. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste und für Taiwan Bleibendste an diesen Veranstaltungen.

Deaflympics Taipei Opening Ceremony

Ich versuche wieder, die frohe Botschaft in der Heimat zu verbreiten. Bisher gibt es einen Vorbericht im Deutschlandfunk sowie im Südkurier einen Text über die Eröffnungsfeier aus Sicht des Schwimmers Nicky Lange und in den Nürnberger Nachrichten einen weiteren Bericht.

Deaflympics 2009 Taipei Fireworks Opening Ceremony

Weitere Informationen:

Nachtrag: Ein Bericht über einen gehörlosen Fußballer von mir bei Spiegel Online. Und drei Sportler aus Bielefeld freuen sich über ihre Medaillen im Westfalen-Blatt.

Über einen deutschen Silbermedaillengewinner habe ich einen Fernsehbeitrag für den NDR gedreht.

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Klaus Bardenhagen

Klaus Bardenhagen

Comments

7 Antworten

  1. “Es war mir gar nicht bewusst, dass Gehörlose sich international durch Gebärdensprache verständigen können. Zwar nicht völlig problemlos, aber im Prinzip können Taiwaner, Deutsche, Brasilianer und Kasachen fröhlich miteinander „gebärden“.”

    Das war mir auch noch nicht bekannt, ich dachte, die verschiedenen Gebärdensprachen wären jeweils ziemlich unterschiedlich.

    1. Zitat Sportdirektorin Dt. Gehörloseverband: “Wenn man sich international trifft, darf man beim Gebärden den Mund nicht mehr bewegen. Wenn ich mich mit einem Afrikaner treffe, kann er mir natürlich nicht mehr von den Lippen ablesen. Aber es gibt eine Sprache, wo Gehörlose wirklich miteinander kommunizieren können. Es wird mehr Gestik, mehr Mimik benutzt. Und es ist wirklich faszinierend, sie verstehen sich alle.”

      1. Hmm … Da frage ich mich, wieviel von Gebärdensprache noch übrig bleibt.

        Vgl. Wikipedia: “Die Gebärdensprachen sind sich jedoch untereinander häufig ähnlicher als die verschiedenen Lautsprachen. Auf internationalen Veranstaltungen kommt zunehmend die sogenannte internationale Gebärdensprache zum Einsatz. Diese im Entstehen begriffene Gebärdensprache entwickelt sich durch Konvention aus verschiedenen länderspezifischen Gebärden nach pragmatischen Aspekten.”

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